Teil eines Werkes 
4. Th. (1843)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

——

111

armes, elternloſes Maͤdchen heirathen... Ich werde Sie mein ganzes Leben hindurch lieben, aber ich kann nicht Ihre Gattin werden... denn es koͤnnte ein Tag kommen, wo es Ihnen leid waͤre, mich dazu erhoben zu baben.. und dann waͤre ich zu ungluͤcklich!“

— Niemals... und es iſt hochſt unrecht von Dir,

einen ſolchen Gedanken zu hegen... Doch der Brief, den Du Monfreville zu uͤbergeben haſt, wird Dich Deine

Eltern kennen lehren... Nun, ich werfe mich ihnen zu

Fuͤßen, und ſie muͤſſen in unſere Vereinigung willigen.“

Louiſe ſeufzte und ſchlug die Augen nieder, waͤhrend ſie entgegnete:

„Bin ich jetzt noch wuͤrdig... meine Eltern zu fin⸗ den?... Es ſcheint mir, ich ſollte dieſem Herrn den Brief nicht mehr uͤbergeben... es waͤre vielleicht beſſer, wenn ich ihn zerriſſe.“

Doch gelang Cherubim endlich, Louiſens Beſorgniſſe zu beſchwichtigen; er entſchloß ſich, ſeinem Freunde zu ſchrei⸗ ben und ihm den Brief, den das junge Maͤdchen nicht mehr zu uͤberbringen den Muth hatte, zuzuſchicken. Er ſchrieb daher ſchnell folgendes Billet an Monfreville:

„Mein Freund!

„Ich habe Louiſen wieder gefunden; ſie iſt ein Engel, der mein Daſein ausſchmuͤcken wird... Sie kann nun keinem Andern mehr angehoͤren, denn ſie iſt mein... ganz mein... O, mein lieber Monfreville, ich bin der gluͤcklichſte der Menſchen, und hatte diesmal keine Furcht

. aber ich liebte auch die andern Buauen nicht, und dieſe bete ich an.

„Frau von Noirmont hat meiner Louiſe einen Brief