Teil eines Werkes 
4. Th. (1843)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

16

„— Wo ſind die Zimmer der Frau Graͤfin?“ „— Weſſen?“ entgegnete der fruͤhere Wichſer, mit unverſchaͤmter Miene, den Kopf in die Hoͤhe

richtend. „— Ich frage Dich, wo die Zimmer der jungen Dame ſind, die ſeit geſtern hier wohnt?“ 3

Der kleine Junge fuhr mit der Zungenſpitze gegen eine ſeiner Wangen, die Manier der Straßenjungen, wenn ſie Jemand anluͤgen wollen, und verſetzte dann:

„Ach! ja, die junge, fremde Dame, die entfuͤhrt wurde... und hier geſchlafen hat... la la, la la, tra la, la lal.. ſie iſt oben, im erſten Stocke, in den ſchoͤnſten Zimmern des Hauſes... wo ſie ſeufzt und ſich langweilt... la la, trala, la la!“

Cherubim verlangte nichts weiter, ſtieg die Treppe hinauf, und hielt vor einer Thuͤre, wo der Schluͤſſel ſteckte. Sein Herz ſchlug maͤchtig bei dem Gedanken, ſich dieſer ſchönen Polin gegenuͤber zu ſehen, die ſo be⸗ reitwillig ihren Gemahl verließ, um ihm zu folgen; aber er erinnerte ſich, wie ſchoͤn ſie ihm vorgekommen war, und faßte den Entſchluß, anzuklopfen.

Eine Stimme ließ ſich vernehmen.

„Herein! der Schluͤſſel ſteckt in der Thuͤre. 7 8

Cherubim erkannte Frau von Globeska's Accent; er machte die Thuͤre auf, und befand ſich der jungen Frau gegenuͤber.

Chichette Chichemann trug einen ſehr einfachen An⸗ zug, den man aber durch einige Spitzen, Blumen und ſonſtige Verzierungen zu heben verſucht hatte, welches jedoch bei einem Kenner die entgegengeſetzte Wirkung