422
Stadt. Von Mattigkeit erſchöpft, kam er um zwei Uhr Morgens in ſein Hôtel zurück und fand Frank, ſeiner wartend, mit etwas minder heiterer Miene als am Morgen.„Was haſt Du denn, Frank? fragte Heinrich; langweilſt Du Dich ſchon in Paris?— O nein! Herr, das nicht.— Nun! warum haſt Du denn dieſen Abend eine ganz andere Miene als dieſen Morgen?— Ach, Herr! es iſt mir ein kleines Abenteuer aufgeſtoßen...— Ein Aben⸗ teuer!... laß hören, was es iſt; erzähl mir's.— Gerne, gnädiger Herr, wenn es Ihnen Vergnügen macht.— Wiſſen Sie alſo, daß ich mich, nachdem Sie fort waren, ins Palais⸗Royal begab, weil man mir dieſen Ort als den merkwürdigſten der Stadt geſchildert hatte. Seit einer Stunde war ich hier in Bewunderung begriffen, über jeden neuen Gegenſtand, der ſich mir zeigte, in Extaſe gerathend, als ein ſehr gut gekleideter und ſehr ehrbar ausſehender Mann auf mich zutrat und nach dem Weg nach der Straße von... von... kurz, einer Straße fragte. Wahrlich, mein Herr, antwortete ich ihm, ich kenne ſie ebenſowenig als Ihr, denn ich komme ſo eben in hieſiger Stadt an und bin völlig fremd.— Ihr ſeid fremd? ſagte er zu mir, ei! ich auch; und da der Zufall uns zuſammenführt, ſo wollen wir den Abend mit ein⸗ ander zubringen. Ich nahm es an, erfreut, Je⸗ mand zu finden, mit dem ich plaudern konnte, in einer Stadt, wo ich Niemand kannte. Wir gingen daher noch etwas ſpazieren und ſchwatzten, als der


