Teil eines Werkes 
1. Th. (1843)
Entstehung
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dieſe ſie nur ihre liebe, gute Julie nannte. Da Julie nicht wußte, was ſie aus einem ſo ſchmei⸗ chelhaften Empfang abnehmen ſollte, glaubte ſie am Ende, die Marquiſin ſei mit Allem unbekannt, und letztere blieb bei ihren Liebkoſungen und ihrer Freundlichkeit, ohne ihr ein Mehres über das ſagen zu wollen, was ſie von Julien ſchon errathen wähnte.

Zu Hauſe ſchrieb Heinrich an den Oberſt, ihn um Geld zu bitten, und ſchickte Frank mit dem Brief nach der Poſt. Nachdem Frank die Adreſſe geleſen, blickte er ſeinen Herrn lächelnd und mit einer Miene an, welche ſagen wollte:Da ſind ja meine Vorherſagungen ſchon in Erfüllung gegangen. Aber Heinrich warf ſich auf ſein Bett, ohne ein Wort zu ſprechen, und Frank ſagte bei ſich ſelbſt:Wenn ſein Verhängniß will, daß er ſein Geld verlieren ſoll, ſo iſt's nicht möglich, ihn davon abzubringen.

Mehre Monate verfloßen auf gleiche Weiſe. Heinrich theilte ſeine Zeit zwiſchen der Marquiſin, Julien und dem Spiel. Der Oberſt hatte ihm das erbetene Geld geſchickt, und Heinrich ſah ſich im Stande, dieſe Lebensweiſe fortzuſetzen; überdies war ihm das Spielglück, das ihn anfangs miß⸗ handelte, günſtig geworden, und er ergab ſich mit Eifer einer Leidenſchaft, welche ihn zuweilen die Marquiſin und Julien vernachläßigen ließ.

So ſtanden die Sachen, als eine junge neapoli⸗ taniſche Gräfin in den Cirkeln der Marquiſin erſchien.