112
„Meiner Treu, entſtehe daraus, was dem Him⸗ mel gefällt, ſagte Heinrich, allein hier muß ich auf jeden Fall heraus.“ Damit fing er an der Thüre des Schranks zu rütteln an; zu ſeiner Freude bemerkte er, daß ſie durch das Aufheben ein wenig aus ihren Angeln trat; er benützte dieſe Entdeckung und war bald befreit; aber das war noch nicht genug; man mußte aus dem Hötel her⸗ auskommen, und darin lag die Hauptſchwierigkeit.
Heinrich befand ſich, ſeinen Schlupfwinkel ver⸗.
laſſend, in derſelben Finſterniß wie früher. Wie ſollte er den Weg wieder finden?... Wie nicht irgend einen Mißgriff begehen?...„Gehen wir nur gerade aus, ſprach er, das muß mich jeden⸗ falls an einen Ort führen.“ Nach einigem Umher⸗ tappen auf den Zehen, fand er eine offene Thüre und trat in ein anderes Gemach.„Suchen wir hier ein wenig nach einer Treppe,“ fuhr er jetzt in ſeinem Selbſtgeſpräch fort. Und an der Wand fortſchleichend, fühlte er ſtatt einer Dreppe ein Bett vor ſich.„Teufel,“ dachte er,„vielleicht das Bett der Marquiſin!...“ Ein leichter Seuf⸗ zer benachrichtigte ihn, daß es beſetzt ſei; da er keine Luſt hatte, die Perſon zu beunruhigen, ent⸗ fernte er ſich eilends, als beim Vorübergehen an einem Gueridon ſein Frack an einem Porcellan⸗ ſervice hängen blieb, das beim Fallen auf den Stubenboden zerbrach.⸗ „Wer iſt da?“ rief eine beſtürzte Stimme, welche Heinrich für die der Marquiſin erkannte.


