2
103
ich dort ermordet werde, ſo iſt Alles umſonſt, was ich thue, ich kann ihm nicht ausweichen.— Nun, ich ſehe, Deine Philoſophie iſt zu etwas gut; doch wir wollen unſere Pferde antreiben und uns be⸗ eilen, denn der Sturm wird heftiger.“
Endlich kamen ſie vor das alte Gebäude, das ein ehemaliges Kloſter zu ſein ſchien: ſie ſchritten über einen mit Schutt gefüllten Hof und traten unter einen geräumigen Kreuzgang, welchen die Zeit etwas mehr verſchont hatte.„Weißt Du wohl, Frank, daß dieſer Ort etwas Romantiſches hat, und es mich nicht wunderte, wenn uns hier irgend ein außergewöhnliches Abenteuer aufſtieße? — Mich ebenfalls nicht, gnädiger Herr! man ſagt überdies, ſie ſeien in dieſem Lande nicht ſehr ſelten.“
Kaum hatten ſie zu ſprechen aufgehört, als ſich hinten in dem Kreuzgang ein dumpfer Laut ver⸗ nehmen ließ.„Haſt Du gehört, Frank?— Ja, gnädiger Herr, es belauſcht uns Jemand.— Gehen wir darauf zu, ſagte Heinrich; ich bin begierig zu wiſſen, wer es iſt.“ Frank und ſein Gebieter ſetzten ſich alsbald in Marſch; je weiter ſie aber kamen, um ſo weiter ſchien ſich Jemand vor Ihnen davon zu machen. Am Ende der Gallerie fanden ſie eine Treppe und ſtiegen, im Finſtern tappend, hinauf; die fliehende Perſon machte in der Eile einen Fehltritt, fiel herab, und Heinrich packte ſie am Kragen. Ach! Gnade! bringt mich nicht um, Herr Räuber! rief der Feſtgehaltene, vor Heinrich


