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Fünftes Kapitel. Heinrichs Erziehung.
Wir wollen nun ſehen, wie Müller die ihm ge⸗ ſtellte Aufgabe löste, und welches die Erziehung des kleinen Heinrich war.
Müller ſing damit an, ſeine Wohnung neben der ſeines Zöglings aufzuſchlagen; ſo wie der Tag graute, trat er in Heinrichs Zimmer, zog ihn ungeſtüm aus dem Bette, kleidete ihn an und nahm ihn zu einem Spaziergang im freien Felde mit, wohl wiſſend, daß dieſe Leibesbewegung ſeinen Zög⸗ ling ſtärker und kräftiger mache.
Wieder heimgekehrt nahm man das Frühſtück, aus etwas kaltem Fleiſch und Wein beſtehend, ein; Müller war der Meinung, das tauge mehr, als alle Thees und Kaffees in der Welt: vielleicht hatte er nicht Unrecht; aber ich glaube, es war ihm im Grunde auch nicht unlieb, ſelbſt dieſes Früh⸗ ſtück benützen zu können. Hierauf trat Müller ſei⸗ nen Zögling, doch nur auf zwei Stunden, einem alten auf dem Schloß wohnenden Magiſter ab, der beauftragt war, ihn Schreiben und fremde Sprachen zu lehren. Müller empfahl Heinrich un⸗ aufhörlich, ſich mit dem Studium der Wiſſenſchaf⸗ ten nicht zu ſehr den Kopf zu zerbrechen, weil er den Degen gut zu führen für nöthiger hielt, als Latein ſprechen zu koͤnnen: und der junge Menſch,


