ſie überlaſſe ſich ganz ſeiner Großmuth, ihr Schick⸗ ſal ſtehe in ſeinen Händen.
„Nun wohlan! Madame, in dieſem Fall wollen wir, wenn es Ihnen genehm iſt, nichts an unſern Projekten ändern. Lebte derjenige noch, der Ihre Liebe beſaß, ſo würde ich mich wohl hüten, mich Ihnen als Gatten anzutragen, denn das hieße Sie zu ewiger Reue verdammen wollen; aber er iſt nicht mehr, und Sie ſind Mut⸗ ter: Ihr Kind bedarf eines Vatersz; ich will dieſe Stelle bei ihm vertreten, und immer die gleiche Zärtlichkeit für daſſelbe haben, als wäre es mein eigenes:— Wie! Oberſt, Sie wären bereitwillig, mich zu heirathen? Vergeſſen Sie, daß Vorur⸗ theile, die Ehre ſelbſt, Ihnen dieſe Ehe unter⸗ ſagen?..— Vorurtheile kenne ich nicht; und meine Ehre, Madame, beſteht darin, das Un⸗ glück zu unterſtützen und der Waiſe Vater zu ſein. Unter dieſem Litel will ich Ihr Gemahl werden, und wenn man in der Folge mein Benehmen ta⸗ telt, kann man mir wenigſtens die Genugthuung nicht verſagen, als galanter Mann gehandelt zu haben.— Ach! Oberſt, wer wäre frech genug, die Handlungsweiſe eines Mannes zu tadeln, der ſich nur im Wohlthun gefällt?— Ueberdies, Madame, da die Schicklichkeit es erfordert, ſo bürge ich Ihnen dafür, daß das tiefſte Geheimniß dieſe Be⸗ gebenheit umhüllen ſoll.“
So endigte die Unterhaltung und acht Tage darauf ward Clementine des Oberſten Gattin.


