27 Ruhe und Frieden zu genießen, die ſie ſchon lange entbehren gemußt.
Der Charakter des Oberſten Framberg, welchen Clementine ſchätzen gelernt hatte, gab ihr den Ge⸗ danken ein, ihm ihren Fehltritt zu bekennen und ſich ſeiner Großmuth anzuvertrauen. Eines Tages, kurz vor dem zu ihrer Vermählung beſtimmten Zeitpunkt, bat ſie den Oberſten, um eine kurze Unterredung unter vier Augen; gerne wi ligte dieſer darein. Sie begaben ſich an einen abgelegenen Ort des Parks und dort theilte ihm Clementine das Geheimniß ihrer Liebe und ihres Unglücks mit.
Der Oberſt wurde ſtarr vor Erſtaunen, als er von Clementine vernahm, daß ſie bald Mutter ſein werde,
„Wie? Madame, ſagte er zu ihr, Sie, die ich
für die allerunſchuldigſte unter den Frauen gehalten hätte!...“ Er hielt inne: Clementine war pur⸗ purroth vor Scham..—„Ach! verzeihen Sie, Madame, ſetzte er hinzu, die Liebe iſt mir unbe⸗ kannt, und ich weiß nicht, zu welchen Fehlern ſie uns hinreißt. Doch ſprechen, befehlen Sie! was verlangen Sie von mir? Ihr Zutrauen verdient meine ganze Anhänglichkeit und Achtung, es iſt ein Beweis, daß Sie mich ſchätzen: und ich will Ihnen zeigen, daß wenn der Oberſt Framberg nicht ihr Geliebter ſein kann, er wenigſtens Ihrer Freund⸗ ſchaft würdig iſt. 4
Durch dieſe Rede ermuthigt, ſagte Clementine,


