jenige, den er liebte, die guten Eigenſchaften, die ihm ſeine Freundſchaft werth machen konnten, ſo war er, wenn auch ohne Titel und Vermögen, darum nicht weniger achtungswerth in ſeinen Au⸗ gen; mit einem Wort. der Oberſt war über alle Vorurtheile erhaben, und verletzte ſogar öfters durch ſein Benehmen die Convenienzen der Geſellſchaft. Der Verfolg dieſer Geſchichte wird uns häufige
Beiſpiele davon liefern.
Als Graf Hermann alt ward, wänſchte er ſehn⸗ lichſt, ſein Sohn möchte ihm einen Erben ſeines Namens ſchenken; und bei jedem Beſuch des Ober⸗ ſten auf dem Schloſſe(wohin thn Müller ſeit lange begleitete) erneuerte der alte Graf ſeine Bitten, ſich zu vermählen. Geraume Zeit hindurch, wo noch der Sporn des Ruhms auf den Geiſt des Oberſten allein wirkte, entſprach er ſeines Vaters Wunſche nicht; als er aber ſein dreißigſtes Jahr erreicht und dieſer kriegeriſche Sinn ſich etwas abgekühlt hatte, war er bereit, ſich den Wünſchen des Va⸗ ters zu fügen.
Eine halbe Meile vom Schloß des Grafen Her⸗ mann lagen die Güter des Barons von Froburg. Der Baron, ein Wittwer, lebte zurückgezogen auf
ſeinem Schloſſe, nur mit Erziehung ſeiner einzigen
Tochter beſchäftigt; die kleine Clementine war der
Abgott ihres Vaters und der Gegenſtand ſeiner
ſchönſten Hoffnungen.
Als Nachbarn ſchloſſen der Graf und der Baron
bald einen innigen Freundſchafts⸗Bund; einen


