Teil eines Werkes 
3. Th. (1843)
Entstehung
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131 ſelbſt hoͤren; ſie erregt meine Neugierde. Und Sie, Ma⸗ dame, ſind Sie nicht auch begierig, das junoe Maͤdchen zu hoͤren?

Frau von Noirmont erwiderte einige kaum verſtänd⸗. liche Worte; es war, als ob ein geheimes Leiden ſie druͤckte und ſie ſich Gewalt anthaͤte, daſſalbe zu verbergen.

Erneſtine wartete jedoch nicht, bis ihr Vater ſeinen Wunſch wiederhole, ſie eilte davon, Louiſen zu rufen, und dieſe erſchien alsbald vor der verſammelten Familie. Herr von Noirmont betrachtete Louiſen mit groͤßerer Theilnahme; Erneſtine laͤchelte ihr freundlich zu; Frau von Noirmont ſchlug die Augen nieder und wurde noch blaͤſſer. Nach der Unruhe, die ſich ihrer bemaͤchtigt hatte, und der Angſt, die ſich in ihren Zuͤgen ausſprach, haͤtte man ſie fuͤr eine Verbrecherin halten konnen, die ihr Ur⸗ theil erwartete.

Kommen Sie, Louiſe, treten Sie naͤher, ſagte Herr von Noirmont, dem jungen Kammermaͤdchen winkend; .meine Tochter hat uns erzaͤhlt, was Sie ihr geſtern Abend mitgetheilt haben... zittern Sie nicht, mein Kind, wir machen Ihnen keinen Vorwurf, weil Sie

uns beim Eintritt ins Haus falſch berichtet haben...

Ach, gnaͤdiger Herr, nicht icht fluͤſterte Louiſe.

Ja, ich weiß es, die Perſonen, welche Sie in mein Haus empfohlen haben, hielten dieſe Luͤge fuͤr noth⸗ wendig; ſie hatten Unrecht: man muß immer bei der Wahrheit bleiben. Alſo kennen Sie Ihre Eltern nicht, armes Maͤdchen? 3

Nein, gnaͤdiger Herr. Wo ſind Sie erzogen worden?