Teil eines Werkes 
3. Th. (1843)
Entstehung
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ſeit dem geſtrigen Tag noch nicht geſehen, weil Kopf⸗ ſchmerzen Frau von Noirmont laͤnger als gewoͤhnlich im Bette zuruͤckgehalten hatten; aber ihr Vater, der nur ſelten beim Fruͤhſtuͤck erſchien, nahm heute gleichfalls Theil daran, und nachdem Erneſtine ihre Mutter umarmt hatte, ſagte ſie mit geheimnißvollem Tone zu ihren Eltern: Ich habe euch dieſen Morgen etwas ſehr Inter⸗ eſſantes zu erzaͤhlen, und es iſt mir lieb, daß der Vater zum Fruͤhſtuͤck gekommen iſt, damit er es auch hoͤrt. Wirklich? entgegnete Herr von Noirmont mit einer etwas ſpoͤttiſchen Miene laͤchelnd,dem Tone nach, womit Du uns dieſes ankuͤndeſt, handelt es ſich, glaub' ich, in der That um etwas hoͤchſt Wichtiges. Allerdings, mein Vater, iſt es etwas ſehr Wichti⸗ ges!.. O! Du ſiehſt aus, als ob Du mich ſpotten wollteſt; aber wenn Du weißt, was es iſt, wirſt Du eben ſo geruͤhrt ſein, wie ich geſtern Abend, als ich dieſe

arme Louiſe weinen ſah.

Wie? es handelt ſich von Louiſen? fragte Frau von Noirmont mit theilnehmender Miene;iſt ihr ein ungluͤck begegnet?... Das waͤre mir ſehr leid, denn dieſes junge Maͤdchen iſt ein ſehr braves Geſchoͤpf und ſcheint unſer Wohlwollen zu verdienen.

Die Sache iſt ſo... hoͤrt mich wohl an!... Louiſe wollte nicht zugeben, daß ich's euch ſage, aber

ich bin feſt uͤberzeugt, ihr verdammet ſie deßhalb nicht, denn es iſt nicht ihre Schuld.

Herr von Noirmont, den dieſe Umſchweife langweil⸗ ten, ſagte ungeduldig: Paul de Kock. vII.

beim Fruͤhſtuͤck verſammelt. Erneſtine hatte ihre Mutter