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ihren eigenen Kindern behandelt hätten, als ſie fanden, daß ſie von ihrer Mutter verlaſſen ſei.
Erneſtine hoͤrte dieſe Erzaͤhlung mit dem lebhafteſten Intereſſe an. Nachdem Louiſe geendigt hatte, kuͤßte ſie dieſelbe zärtlich und ſagte zu ihr:
„Meine arme Louiſe... Ach! wie wohl haſt Du daran gethan, mir dieſes zu erzaͤhlen. Es iſt mir, als ob ich Dich noch mehr liebte, ſeit ich weiß, daß Dich Deine Eltern verlaſſen haben... Dieſe gute Nicolle! dieſe braven Bauersleute! Ach, welch' gute Menſchen!
. Morgen will ich Alles meiner Mutter erzaͤhlen... O! ich bin gewiß, es wird auch ſie ſehr intereſſiren.“
„— Ach! das iſt uͤberfluͤſſig, Fraͤulein; Frau von Noirmont findet es vielleicht unrecht, daß ich Ihnen meine Schmerzen klagte.
„— O!l ich ſtehe Dir fuͤr das Gegentheil; trotz ihrer ernſten Miene iſt die Mutter doch gut, und außerdem gefallſt Du ihr ſehr. Sie hat mir mehrmals wiederholt, Dein Aeußeres ſei hoͤchſt vortheilhaft und geſittet, und in ihrem Munde iſt das ein großes Lob! Nun, gute Nacht, Louiſe, ſchlafe wohl, und vor allen Dingen weine nicht mehr... Haſt Du auch keine Eltern, wohl⸗ an ſo gibt es hier Leute, die Dich lieben und ſich Deiner thaͤtig annehmen werden.“
Erneſtine verließ Louiſen, um ſich zur Ruhe zu be⸗ geben, und dieſe fuͤhlte ſich minder beklagenswerth, als ſie die Freundſchaft ſah, die ihre Gebieterin fuͤr ſie an den Tag legte, eine Freundſchaft, welche ſie mit auf⸗ richtigſtem Herzen erwiderte.
Am folgenden Morgen war die Familie Noirmont


