Teil eines Werkes 
3. Th. (1843)
Entstehung
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warf, um ſich an den Hals ihrer Mutter zu haͤngen, welche ſie dann oft zaͤrtlich in die Arme ſchloß.

Louiſe, der man gelaͤutet hatte, um den Thee zu beſtellen, trat in einem dieſer Augenblicke ein, wo Erne⸗ ſtine in den Armen ihrer Mutter lag, und das liebens⸗ wuͤrdige Kind rief, bei der innigen Liebkoſung ihrer Mutter, wonnevoll aus:

Siehſt Du, Louiſe, wie gluͤcklich ich bin!... was ich fuͤr eine gute Mutter habe!

Louiſe ſtand unbeweglich mitten im Saale; ſie war über Erneſtinens Gluͤck erfreut, und doch lag in dieſem ruͤhrenden Bilde, das ſie vor Augen hatte, etwas Un⸗ nennbares, was ihr wehe that; zwei volle Thraͤnen traten in ihre Augen, aber ſie kehrte ſich ſchnell um, damit Niemand ſie weinen ſehe.

Indeſſen hatte Frau von Noirmont wieder ihre duͤſtere Miene angenommen, und Louiſe war auf ihren Platz zuruͤckgekehrt. Louiſe beeilte ſich, den Thee aufzutragen, und entfernte ſich dann, aus Furcht, ihre Traurigkeit

mochte bemerkt werden.

Aber trotz aller Muͤhe, ſich zu faſſen, weinte Louiſe Nachts noch, als Erneſtine vor dem Schlafengehen noch einmal ins Zimmer ihrer Kammerjungfer kam, um ſie uͤber Etwas zu befragen.

Als die kleine Erneſtine Louiſens in Thraͤnen geba⸗ detes Angeſicht ſah, eilte ſie auf ſie zu, und fragte ſie mit dem Ausdrucke der ruͤhrendſten Theilnahme:

Mein Gott! Louiſe... Du weinſt!... Was haſt Du denn?

O!l gnaͤdiges Fraͤulein, vergeben Sie mir... Ich