Teil eines Werkes 
3. Th. (1843)
Entstehung
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Schanden werden... ich beharre auf meinem Hoffen. Leben Sie wohl, ſchoͤne Louiſe, fahren Sie fort, ſich gut zu betragen... dann wird man ohne Zweifel Ihren Ge⸗ halt erhoͤhen; ich meines Theils lege den meinigen fort⸗ waͤhrend bei Seite... und wie ein altes, bekanntes, zwar ſehr gewoͤhnliches, aber aͤußerſt ſcharfſinniges Spruͤch⸗ wort ſagt:... laſſen wir den Braten erſt gelb werden! Hiemit lege ich Ihnen meine Huldigungen zu Fuͤßen.“

Herr Gerondif war weggegangen. Nun konnte ſich Louiſe ungehindert ihren Thraͤnen uͤberlaſſen, ſie beſchaͤf⸗ tigte ſich nicht mit den Antraͤgen des Hofmeiſters, ſie dachte nur an Cherubim, der ſie nicht mehr liebte, ſich ihrer nicht mehr erinnerte und anderer Liebſchaften pflegte; lange ſchon hatte ſie gefuͤrchtet, von ihm ver⸗ geſſen zu werden; aber jetzt erſt war es ihr zur Gewiß⸗ heit geworden, und in der Liebe liegt zwiſchen der Furcht

und der Gewißheit eine ungeheure Kluft. Die Heimkehr der Frau von Noirmont und ihrer Tochter noͤthigte Louiſen, ihre Thraͤnen zu verbergen; ſie wiſchte eilig die Augen und ließ ihre Traurig⸗ keit nicht merken, denn ſie fuͤhlte wohl, daß ſie das Ge⸗ heimniß ihres Herzens nicht verrathen duͤrfe.

An dieſem Tage ging Herr von Noirmont nach dem Mittageſſen aus. Erneſtine blieb bei ihrer Mutter, zu welcher ſie, waͤhrend ihrer gemeinſamen Arbeit, be⸗ ſonders wenn dieſe guter Laune war, Alles ſagte, was ihr gerade in den Sinn kam. Wenn Frau von Noir⸗ mont uͤber die Einfaͤlle ihrer Tochter laͤchelte, ſo war dieſe ſo erfreut, daß ſie haͤufig ihre Arbeit bei Seite