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werden konnen, däͤchte ein Philoſoph: Warum ſoll ich mich durch den Titel dieſes oder das Vermoͤgen jenes Menſchen einſchuͤchtern laſſen 2... ſind ſie nicht alle Menſchen wie ich? Stellen wir uns all' dieſe ſo ſtolzen, ſo eiteln Leute im Coſtuͤme unſerer Ureltern im Para⸗ diesgarten vor, nehmen wir ihnen ihren Schmuck, ihre Diamanten, ihre reichen Kleidungen, worin oft ihr ganzer Werth liegt... wuͤrden ſie mir dann imponiren?
„Nein, wahrhaftig nicht; wahrſcheinlich wuͤrden ſie mich zum Lachen bringen und weiter nichts. Mein lie⸗ ber Freund, es braucht nur einige Reflexionen dieſer Art, um ſich ganz ungenirt in der hoͤchſten Geſellſchaft zu befinden.“
„Sie floͤßen mir Muth ein,“ ſagte Cherubim,„mit den Maͤnnern ſpreche ich dann lateiniſch und gegenuͤber von Frauen ſtelle ich Vergleiche mit Venus, Diana, Phoͤbe an... Herr Gerondif hat mir dies gerathen.“
„— Wenn Sie ſich dem Spotte preisgeben wollen, iſt das das ſicherſte Mittel... ich vermuthete läͤngſt, Ihr Hofmeiſter ſei ein Dummkopf, jetzt bin ich es uͤber⸗ zeugt.“
„— Aber, mein Gott, was ſoll ich ſagen... wenn man mit mir ſpricht?“
„— Antworten auf das, was man Sie fraͤgt.“
„— Aber wenn ich nicht weiß, was ich antworten ſoll... wenn mir nichts einfaͤllt.“
„— Dann ſchweigen Sie. Man iſt nie dumm in der Welt, wenn man zu ſchweigen weiß; es gibt ſogar Leute, die es dem Schweigen verdanken, daß man ſie fuͤr geiſtreich haͤlt.“ 3


