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und halten es fuͤr hoͤchſt uͤberfluͤſſig, ſich deſſen zu ruͤh⸗ men. Ich habe Ihnen dieſes nicht fruͤher geſagt, weil ich Ihnen nur ungern jene Taͤuſchungen raube, die uns beim Eintritt ins Leben umgeben und den Reiz deſſelben ausmachen, aber ich nehme zu viel Antheil an Ihnen, als daß ich mich nicht bemuͤhen ſollte, Sie vor den Schlin⸗ gen zu ſchuͤtzen, die ihnen gelegt werden koͤnnten.“
„Wie, Herr von Monfreville,“ verſetzte Cherubim mit betruͤbter Miene,„darf man Niemand in der Welt trauen?“
„— Das will ich nicht behaupten... ich will keinen Menſchenfeind aus Ihnen machen, Gott ſoll mich davor bewahren! aber ich rathe Ihnen, vorſichtig in der Wahl Ihrer Freunde zu ſein.“
„— Herr Gerondif hat mir oft geſagt, wenn man gelehrt ſei, habe man nichts zu fuͤrchten, denn ein Ge⸗ lehrter konne nie betrogen werden, da er ja mehr wiſſe, als andere Leute.“
„— Ich weiß nicht, ob Ihr Hofmeiſter in ſeinen Wiſſenſchaften ſtark iſt, in der Kenntniß des menſchlichen Herzens wenigſtens iſt er es nicht. Außerdem kann man ſehr gelehrt ſein, ohne einen Funken Geiſt zu haben, wo⸗ von alle Tage Beweiſe geliefert werden; endlich laſſen ſich die geiſtreichſten Menſchen am leichteſten hintergehen, was ohne Zweifel von der Vorſehung zur Entſchaͤdigung der Dummkopfe ſo gefuͤgt wurde.“ 3
„— Alſo hegen Sie die Ueberzeugung, daß man mich hintergehen wolle?“
„— Sie ſind jung, reich und haben ſehr wenig Er⸗ fahrung. Es gibt eine Menge Leute, welche dieſe uUm⸗


