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mehr lieben, denn die Leiden, die uns unſere Neigungen verurſachen, verſtaͤrken dieſelben.
Die beiden jungen Leutchen waren erſtaunt, als ſie mitten in ihrem laͤndlichen Mahle den Lehrer und Jas⸗ min vor ſich ſtehen ſahen.
„Wir ſuchten euch, meine Lieben,“ ſagte Herr Gerondif;„wir waren beunruhigt... Das Abenteuer des Pyramus und der Thisbe fuhr mir im Kopfe herum!.. ich hielt alle Hunde, die mir begegneten, fuͤr Ldwinnen... zwar weiß ich wohl, daß mein edler Schuͤler nicht wie der junge Aſſyrier im Sinne hat, mit
ſeiner Thisbe zu entfliehen... aber man kann einen Fehl⸗ tritt thun... 1
„Nun, warum kommt ihr, uns zu holen?“ fragte Cherubim;„ich glaube, ich habe noch Zeit genug zum Lernen... Ich weiß eigentlich ſchon, ſo viel nothig iſt
. iſt Jemand krank geworden... irgend ein Unfall begegnet, daß Jasmin mitkommt?“
Herr Gerondif ſchien von einem ploͤtzlichen Gedanken ergriffen, warf Jasmin einen Blick zu und antwortete:
„In der That, mein edler Zoͤgling,... es iſt ein hoffentlich nicht gefaͤhrlicher Unfall geſchehen... der aͤltere Sohn Ihrer Pflegemutter wurde verwundet... er hat geſchrieben... aus Montfermeil, wo er iſt... und Ni⸗ colle wuͤnſchte, daß ſich Louiſe ſogleich zu ihm begeben moͤchte... ſie ſelbſt wird ihr alsbald nachfolgen.“
„Wir wollen Louiſe begleiten,“ erwiderte Cherubim.
„Nein, es iſt beſſer, wir kehren zu der armen Nicolle zuruͤck, die faſt verzweifelt,... weil ſie keinen Arzt zu finden weiß. Louiſe kann wohl vollends allein nach


