„Nein, nein, ich ſage Ihnen, ich will's verkaufen,
das iſt das Kuͤrzeſte... es langweilt mich Alles viel zu
ſehr! dazu kommen noch andere Unannehmlichkeiten: wenn huͤbſche Griſetten oder ſonſt liebenswuͤrdige Weſen im Hauſe wohnen, ſo quittire ich dieſelben, nachdem ich mich zwar nicht mit Geld, aber mit ſonſt etwas bezahlt ge⸗ macht habe.... Bei meiner Ehre, ich kann nicht Haus⸗ eigenthuͤmer ſein, ich habe ein zu weiches Herz!...
„Sie werden es bald dahin bringen, daß Sie es nicht mehr ſind!“ ſagte kopfſchuͤttelnd der Notar.„Sie ſind gar nicht vernuͤnftig, Herr von Darena;... kaum ſind
es ſechs Jahre, ſeit Ihr Vater Ihnen ein ſo ſchoͤnes
Vermoͤgen hinterlaſſen hat!“ „Von dem mir nichts mehr uͤbrig blieb, als das kleine Haus, das ich verkaufen will!“ entgegnete Darena
mit Lachen.„Nun, das iſt das Schickſal aller Gluͤcks⸗ guͤter... ſie ſind vergaͤnglich... man ſammelt ſich aber
wieder neue! ich bin niemals in Sorgen! Monfreville ſchlägt mein Haus aus, alſo wird mir Herr Hurbain deſſen Verkauf beſorgen. Aber laſſen Sie doch Ihren alten Jasmin vor, ich bin neugierig, dieſe Kruſte zu ſehen!..“
„Bei wem dient dieſer muſterhafte Diener?“ fragte Monfreville.
„Er ſtand in den Dienſten des Herrn Marquis von Grandvilain, der vor etwa zehn oder elf Jahren ge⸗ ſtorben iſt.“
„Der Marquis von Grandvilain!“ rief Darena aus, indem er ſich in einen Lehnſtuhl warf, und bis zu Thraͤ⸗ nen lachte.„Die haben köͤſtliche Namen, das muß ein huͤbſches Geſchlecht ſein!“ 3


