116
gaͤnge, ihre Denkmaͤler und die zahlloſen Vergnuͤgen, die⸗ ſich jeden Augenblick darbieten.
Der junge Cherubim lieh dieſen Reden allmaͤlig ſein Ohr. Der Gedanke, nach Paris zu gehen, war ihm minder ſchrecklich; und ſein Lehrer munterte ihn ſofort auf:
„Machen Sie wenigſtens eine kleine Reiſe in die ⸗
Hauptſtadt,“ ſagte er,„betrachten Sie das Haus Ihres Vaters! Es iſt Alles ſo in der Naͤhe... wir kehren alsbald wieder zuruͤck.“
Aber Louiſe weinte, wenn ſie Cherubim auf dem Punkte ſah, in die Reiſe nach Paris einzuwilligen. Sie nahm ihren Jugendfreund bei der Hand und ſprach:
„Wenn Du nach Paris gehſt, ſo bin ich uͤberzeugt, daß Du nicht mehr zuruͤckkommſt... Gagny und ſeine Bewohner vergiſſeſt!“
Auch Nicolle behauptete dies, indem ſie ihren Pfleg⸗ ling in die Arme ſchloß, und Cherubim rief ſchnell aus:
„Nein, nein... ich will nicht gehen, wenn es euch Kummer macht, ich bin gluͤcklich hier... ich werde immer hier bleiben!“
Herr Gerondif biß ſich, waͤhrend er zu laͤcheln ſchien, in die Lippen und wuͤnſchte in ſeines Herzens Grund alle Ammen und Jugendfreundinnen zum Teufel.
Wenn der Lehrer Jasmin Vorwuͤrfe machte, daß er ihn nicht unterſtuͤtze und ſeinen Herrn nicht bewege, nach Paris zu gehen, entgegnete ihm dieſer mit ſeiner ge⸗ wohnten Gutmuͤthigkeit:
„Was ſoll ich machen? jetzt, da mein Gebieter ſein fuͤnfzehntes Jahr erreicht hat, iſt er ſein eigener Herr...
kann thun, was er will... ſogar uͤber ſein ganzes


