15
Herr von Grandvilain ſtieß einen Jubelſchrei aus, erhob ſich, umarmte ſeine Frau, rannte im Zimmer umher, wollte einen Sprung machen und fiel auf den Boden; allein Madame half ihm wieder in die Hohe, und er begann von Neuem, tauſend Thorheiten zu machen, denn das Gefuͤhl der Freude ließ ihn ſein Alter vergeſſen. Er war ſtolz, einen Sohn zu erhalten; er hatte aber auch Grund dazu, um ſo mehr als die Tu⸗ gend ſeiner Frau ſo erhaben war, wie die der Gemahlin Caͤſar's; man konnte ſie nicht einmal verdaͤchtigen.
Von dieſem Augenblick an beſchaͤftigte man ſich nur noch mit dieſem Kinde, welches noch nicht einmal ge⸗ boren war.
Der Herr Marquis war der Ueberzeugung, daß es ein Knabe ſein werde. Um ſich in ſeinem Glauben zu be⸗ ſtaͤrken, ſprach er bei ſich: ein Gluͤck kommt nie allein.
Die Frau Marquiſin war entzuͤckt, ein Kind zu be⸗ kommen. Ob Knabe oder Maͤdchen, ſie fuͤhlte, daß ſie die gleiche Liebe fuͤr daſſelbe hegen werde; allein um ihrem Gatten gefaͤllig zu ſein, ſchien auch ſie auf einen Knaben zu rechnen.
„— Ich werde ihn ſelbſt ſaͤugen!“ ſprach Amenais laͤchelnd zu ihrem Manne.
„Ja, ja, wir werden ihn ſaͤugen!“ wiederholte der Marquis,„wir werden ihn weit beſſer aufziehen, als es eine Saͤugamme koͤnnte!... was Teufels! Leute wie wir muͤſſen ſich beſſer darauf verſtehen als Bauersleute; wir werden einen Hauptkerl aus ihm machen! denn ich will, daß mein Sohn in allen Stuͤcken ſeinem Vater gleiche.“
und indem er ſo ſprach, ſtreckte der alte Marquis ſein


