Sein etwas ſchoͤpſenartiges Angeſicht ermangelte we⸗ der des Adels noch der Anmuth; ſeine Zuͤge waren regel⸗ maͤßig, ſeine einſt ſogar aͤußerſt ſchoönen Augen hatten
einen liebenswuͤrdigen Ausdruck beibehalten; ſein Laͤcheln
endlich war immerhin noch einigermaßen ſchalkhaft. Man ſieht, dieſer Herr war keineswegs ſo mittellos, als man nach ſeinen Jahren vermuthen koͤnnte, und daher ſehr zu entſchuldigen, daß er auf ſeine Heirath gedacht hatte, um dieſe ſchoöͤnen Sachen in Nutzanwendung zu bringen.
Amenais Dufoureau, welche ſich mit Herrn von Grandvilain vermaͤhlt hatte, trat eben in ihr vierund⸗ vierzigſtes Jahr, und war bis dahin Jungfrau geblieben!
Jungfrau!.. begreifet ihr die ganze Bedeutung die⸗ ſes Wortes!.... es bezeichnet auch ein ganz friſches Herz, eine ganz friſche Seele, eine ganz friſche Liebe und Reize— ganz friſch, gleich dem kaum Gemeldeten!
. eine Jungfrau von vierundvierzig Jahren und eine Blume, die noch nicht gepfluͤckt iſt... aber großer Gott! welch' eine Blume, und welche Zeit hat ſie gehabt, in Samen zu ſchießen!...
Was mich betrifft, ſo geſtehe ich in aller Demuth, daß ich zehn verheirathete Frauen dieſes Alters einer ſo ſpaͤt zu pfluͤckenden Blume vorziehe.
Wahrſcheinlich dachte der Herr Marquis von Grand⸗ vilain nicht wie ich. Man iſt unabhaͤngig in ſeinen Anſichten, und wenn wir Alle die gleichen haͤtten, ſo waͤre dieß hochſt langweilig; denn dann genoͤſſen wir nicht mehr das Vergnuͤgen, uns zu ſtreiten und zu zanken.
Herr von Grandvilain hatte Fraͤulein Amenais Du⸗ foureau ſchon im Jahre achtundneunzig kennen lernen...
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