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nicht gelangweilt?— O! Sie wiſſen es wohl, und ich ſehe mit Betrübniß den Augenblick herankommen, wo ich Sie verlaſſen muß.— Und wer zwingt Sie⸗ mich zu verlaſſen, wenn der Tag kommt?“
Sie antwortet nichts, ſie ſeufzt. Ich drücke ihr ſanft die Hand, ich nähere meinen Kopf dem ihrigen, ich möchte ihr den Athem rauben... dieſe Lage hat einen unſäglichen Reiz! Sie dauerte eine ziemliche
Weile... wir werden durch das Knarren eines ge⸗
öffneten Fenſters aus derſelben geriſſen, und beinahe in dem nämlichen Augenblick fällt etwas vor uns nieder, wovon wir noch benetzt werden.
Wüthend ſtehe ich auf, denn ich habe errathen, was man aus dem Fenſter herab und uns beinahe auf die Köpfe geſchüttet hat; ich ſehe in die Höhe und ſchreie zornig:„Daß die Peſt Sie erſticke!... konnten Sie nicht rufen: aufgepaßt!... es iſt ab⸗ ſcheulich! niederträchtig! ich werde Sie ſtrafen laſſen.“
Man begnügt ſich damit, das Fenſter zuznſchlaber, wobei man ſingt:
En avant marchons, Contre leurs canons, Courons à la victoire!... Meine Dame hat die Steinbank verlaſſen, ſie trocknet ihren Shawl ab; ich meinen Frack, dann breche ich in Lachen aus: dies iſt das Beſte, was
man unter ſolchen Umſtänden thun kann.
„Ganz gewiß, es iſt nicht möglich, Nachts in den Straßen von Paris der Liebe zu pflegen;“ bgt ic, 4 meiner Dame den Arm bietend.—


