Teil eines Werkes 
2. Th. (1843) Ni jamais, ni toujours
Entstehung
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ſchon ganz nahe bei einander ſein; ich habe aber verſprochen, daß ich ordentlich ſein wolle: man darf ſeinen Verſprechen nicht immer untreu werden.

Ich begnüge mich damit, eine Hand zu halten, die man mir überläßt, und die ſogar den zärtlichen Druck der meinigen erwidert; ich glaube wahrzu⸗ nehmen, daß meine Unbekannte ſeufzt: dies iſt ein

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gutes Zeichen; ſie iſt träumeriſch geworden, ich laſe

ſie denken; auch ich verhalte mich ſchweigend; das

dient uns manchmal beſſer, als die beredteſten Ge⸗

ſpräche.

Wie viel Uhr iſt es? fragt ſie mich endlich. Wahrhaftig, ich weiß nicht, ob ich es Ihnen werde ſagen können... man ſieht hier ſo wenig!

Ich ziehe indeß meine Uhr heraus, es iſt mir aber unmöglich, die Zeiger zu unterſcheiden, und wir ſind fern von einer Lampe.

Ich ſehe die Stunde nicht, und Sie, Madame?

Ich auch nicht. Ich glaube es wohl, Sie ſchlagen Ihren Schleier nicht zurück, ſelbſt nicht, um auf meine Uhr zu blicken. Sind Sie alſo entſchloſſen, mich des Vergnügens, Ihr Geſicht zu ſehen, berau⸗ ben zu wollen? Ja; zudem kennen Sie es. Ich ſehe es nie genug. Ich habe Ihnen geſagt, daß ich mich ſo ſehr über die Lage ſchäme, in der ich mich mit Ihnen befinde. Schämen! welche Narrheit! Die Nacht muß weit vorgerückt ſein,

es wird bald Tag werden, wie ſchnell die Zeit ver⸗ 4 geht! Wiſſen Sie, daß Sie mir da etwas ſehr Liebenswürdiges ſagen; Sie haben ſich alſo mit mir

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