106
Ihnen denn gethan?— Sie hinderte mich, allein mit Ihnen zu ſein. Hernach werden Sie zugeben, daß Sie wohl an ſich ſchön genug ſind, und kein Geſicht neben ſich brauchen, das einen ſolchen Contraſt bildet. — Sie finden alſo meine Schweſter...— O! ich finde ſie abſcheulich! ſie iſt das wahre Ideal des Häßlichen!— Dieſe arme Klara! Wiſſen Sie, daß ſie durch ihre Häßlichkeit ſehr unglücklich iſt?— Ganz
„gewiß wird ſie nie einen Mann finden, der ſie liebt! während Sie... ſo viel Geiſt haben und ſo hübſch ſind... nun denn, Sie wollen nicht mehr, daß ich Ihre Hand halte?..— Zu was wäre es gut?— Wie! zu was gut? wären Sie eben ſo gefühllos, als Sie liebenswürdig ſind!— O! nein.. ich bin nicht gefühllos, unglücklicherweiſe!“
Weil ſie eingeſteht, daß ſie nicht gefühllos iſt, will ich ſie in meine Arme ſchließen; ſie wehrt ſich, weicht zurück... ſtößt hierauf einen Schrei aus... wir befinden uns gerade vor einem Lumpenſammler, der, um uns zu betrachten, zu gleicher Zeit ſeine
aterne und ſeinen Haken in die Höhe hebt. Meine Dame iſt entſetzt! ich kann nicht umhin, zu lachen, als ich dieſen gemeinen Gewerbsmann er⸗ blicke, deſſen Anzug noch ekelhafter iſt, als der des famöſen Robert Macaire.— Der Lumpenſammler murmelt zwiſchen den Zäh⸗ nen:„Iſt die Straße nicht breit genug... könnt ihr mich nicht ruhig arbeiten laſſen, ohne euch auf mich zu werfen... wie Maulaffen?“* 3 Meine Begleiterin iſt ſchon weit weg; ſie hat mit
—


