Teil eines Werkes 
2. Th. (1843) Ni jamais, ni toujours
Entstehung
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Aber, wiſſen Sie, was ich in dieſem Augenblick von Ihnen denke? Sagen Sie es mir, ich bitte Sie darum; ich bin auf Alles gefaßt. Ich denke, daß Sie hundertmal liebenswürdiger unter vier Augen fiind, als mit Ihrer Schweſter. In der Paſſage Ven⸗ dome und ſogar dieſen Abend im Schauſpiel antwor⸗

teten Sie mir kaum; ich konnte keinen ganzen Satz von Ihnen erlangen. Ich geſtehe Ihnen, daß ich bei mmir ſprach: Welcher Unterſchied zwiſchen ihren Brie⸗ fen und ihrem Geſpräch! ſie ſchreibt ſo gut und ſpricht... So ſchlecht? Nein, aber wie eine Perſon, die nichts fühlt; wie jene Frauen, welche nur von Kleider, Putz und Küche zu ſprechen wiſſen. Es gibt viele ſo. Seit wir aber nur unſrer Zwei find, ol ſeitdem finde ich Sie wieder ſo, wie ich Sie hoffte, ſo, wie Ihre Briefe Sie mir malten... das heißt reizend, geiſtreich... etwas launiſch vielleicht, aber immer anbetungswürdig! .Und ich hatte Sie ganz errathen, wie Sie ſind; Ihre Werke hatten mich nicht getäuſcht... was ſuchen Sie aber denn? Nichts... ich ſah umher... es iſt ſonderbar, es gibt alſo keine Steinbank in dieſer 4 Straße? Ich ſchwöre Ihnen, daß, wenn es auch eine gäbe, ich mich nicht ſetzen würde. Sie ſagen, meine Unterhaltung gefalle Ihnen, und es iſt Ihnen nicht genug, mit mir zu plaudern? Doch, doch! ſagen Sie mir aber wenigſtens, ob wir uns öfters zuſammenfinden werden? und ohne Ihre Schweſter? Meine arme Schweſter! Sie lieben Sie nicht ſehr! Ol ich verabſcheue ſie! Was hat ſie