Teil eines Werkes 
2. Th. (1843) Ni jamais, ni toujours
Entstehung
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102 noch Geringerem. Sonderbares Boudoir, um der

Liebe zu pflegen! allein man nimmt, was man fin⸗

det; ich hegte große Erwartungen von dieſem Sitze: ich hoffte, derſelbe werde meine Angelegenheiten vor⸗ wärts bringen; und überdies iſt bei aufgeregtem Kopfe eine Steinbank mehr werth, als ein Sopha.

Wirr ſitzen auf der Bank und ſehr nahe bei ein⸗ ander; ich halte die Hände meiner Unbekannten, und während ich mit ihr ſpreche, küſſe und drücke ich ſie zärtlich. Ich möchte gerne etwas Beſſeres küſſen, als ihre Hände; ſo oft ich aber mit meinem Geſicht ih⸗

rem fatalen Schleier nahe komme, ihn aufzuheben

ſuche, dreht ſie behend den Kopf, und ich küſſe nur den Hut. O! wie gut verſtehen die Frauen jenen kleinen Krieg in die Länge zu ziehen und uns die

Hoffnung zu laſſen, während ſie uns eine Gunſt

verſagen! Wir ſind ſchon lange auf der Bank; obgleich ich nur kleine Siege darauf erfechte, bin ich doch viel

lieber hier, als unterwegs. Ich ſehe, daß meine ſchöne Begleiterin ſehr bewegt iſt: man verliert von

ſeinen Kräften in den ſanfteſten Kämpfen. Während ich ſie zu küſſen, in meine Arme zu drücken ſuche, erneuere ich ihr die Verſicherung, ſie immer zu lieben. Sie ſtößt mich ſchwächer zurück, indem ſie murmelt: Laſſen Sie mich... Sie lügen... Sie ſagen allen Frauen das Gleiche. Wir wollen aufſtehen, ich bitte Sie darum.

Weit entfernt, ſie von der Bank weggehen zu laſſen, umfange ich ſie mit meinen Armen, drücke ſie