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größter Wunſch iſt, nähere Bekanntſchaft mit Ihnen
zu machen; aber mich zu zwingen, Ihnen dies Alles unter freiem Himmel zu ſagen! ſich zu weigern, mit mir in einen Wagen zu ſteigen, das iſt ſehr ſonder⸗ bar!— Ah! Ah! Sie denken noch daran!— Ich glaube wohl! ich denke mehr als je daran! Wenn wir wenigſtens auf dem Felde wären, könnten wir uns ein wenig auf das Gras ſetzen. Finden Sie nicht, daß es ermüdend iſt, immer zu laufen?— Ich habe es noch nicht gefühlt. Wiſſen Sie, daß Ihre Bemerkung nicht ſehr liebenswürdig iſt? Sie ſind ſchon müde, mit mir ſpazieren zu gehen: gut denn, gehen Sie zu Bette, mein Herr, ich bin nicht furchtſam, ich kann wohl allein nach Hauſe gehen.— Was ſagen Sie mir da? ich ſoll Sie allein laſſen? ich bin keineswegs müde, ich hätte mich nur ſetzen mögen, weil ich glaube, daß man ſo beſſer plaudern könnte.— Ich, ich rede eben ſo gern während des Gehens.— Ah! da iſt ein Steinſitz, kommen Sie, wir wollen ein wenig ausruhen; ich verſichere Sie, daß Sie müde ſind.— Durchaus nicht! wenn es Ihnen aber ſo viel Vergnügen macht, wollen wir uns auf die Steinbank ſetzen; um dieſe Stunde dür⸗ fen wir nicht befürchten, daß man ſich über uns lu⸗ ſtig macht.“
Ich führe meine Unbekannte auf einen jener Sitze, welche man in den Nebenalleen des Boulevard Saint⸗ Antoine findet, denn dort waren wir angelangt. Dieſer Ort iſt Abends der Sammelplatz von Kinds⸗ mägden, Soldaten, Commiſſionären und öfters von
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