Teil eines Werkes 
2. Th. (1843) Ni jamais, ni toujours
Entstehung
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6.

ich glaube, daß ich auch die dritte Handlung ſchlecht verrichten würde. Ein zu ſehr von Etwas eingenom⸗ mener Geiſt taugt nichts zur Liebe: deßhalb ohne Zweifel lieben viele Damen die Militärs, weil ſie,

wenn ſie einmal ihren Dienſt verſehen haben, ſelten

mit Etwas beſchäftigt ſind.

Ich ſchreibe an Clementine, ich ſage ihr, daß Julie ſie und ihren Gatten wirklich kenne; daß dieſe Frau bösartig und gegen mich aufgebracht iſt, weil ich ihr ihre Erzählungen zurückgegeben habe; man muß ſich vor ihr in Acht nehmen und einige Zeit hindurch dar⸗ auf verzichten, einander zu ſehen, jedenfalls, wenn man nicht ganz ſicher iſt, daß man unbeobachtet bleiben kann. Ich endige meinen Brief an Clementinen mit der Verſicherung, daß, wenn wir einander einige Zeit nicht ſehen können, meine Zärtlichkeit darum nicht weniger lebhaft ſein werde.

Allein ich bin gewiß, daß ſie mir nicht glauben wird; wenn man den Weibern Vernunft predigt, bil⸗ den ſie ſich ein, man liebe ſie nicht mehr.

Ich werde alſo in jene große Welt, die ich ſo wenig liebe, zurückkehren, dort Leute ſehen, die ich nicht mag, und diejenige vielleicht vergebens dort

ſuchen, um derenwillen ich hingehe. Herr von Reveil⸗

lere wird ganz erſtaunt ſein, mich wieder zu ſehen; möglich indeß, daß er nicht bemerkt hat, daß ich ſeit einem Jahre nicht mehr bei ihm geweſen bin: wenn

man ſo viele Leute empfängt, beſchäftigt man ſich nur

mit den Berühmtheiten der Epoche, und ich mache keinen Anſpruch darauf, eine davon zu ſein.