18
— Du ſiehſt wohl, daß nicht Du, ſondern An⸗ dere Unrecht haben!— Die Welt urtheilt nicht ſo; eine Frau ſoll treu ſein, ſelbſt im Fall, daß... — Ach! deßhalb habe ich dieſes„ſelbſt im Fall, daß“ nie verſtehen können.— Gib Acht... Du wirſt meine Halskrauſe zerknittern.— Du mußt ſie ausziehen, dies iſt viel einfacher... Warum blickſt Du ſo oft nach der Uhr?— Weil ich nur eine Stunde habe, bei Dir zu bleiben!...— Eine Stunde!.*.— Ja, und noch habe ich viele G Geſchichten zuſammenſtoppeln müſſen, um dieſe Stunde zu finden... Ich habe geſagt, daß ich zu meinem Schuhmacher gehe, damit er mir das Maß nehme, man hat mir geantwortet, daß der
Ich habe von Veränderungen geſprochen, die ich an einem Kleide vornehmen laſſen will, das man mir für die Hochzeit meiner Schwägerin macht, und habe angezeigt, daß ich zu meiner Nähterin ginge; man hat geſagt, das Wetter ſei zu ſchlecht, man werde morgen die Nähterin auffordern, bei mir vorbeizukommen... endlich habe ich einen Zahnſchmerz, einen unerträglichen Schmerz ge⸗ funden; ich habe nicht aufgehört, zu jammern, mich zu beklagen, man war ſo gütig, mir zu er⸗ lauben, daß ich wegginge, und mir den Zahn ausreißen laſſe!— Arme Frau! und wenn man Dich hätte begleiten wollen 2...— Meiner Treu! ich glaube, daß ich mir einen Zahn hätte aus⸗
Schuhmacher ſehr gut zu mir kommen könne.


