Teil eines Werkes 
1. Th. (1843) Ni jamais, ni toujours
Entstehung
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Und warum iſt es denn nicht möglich.. Warum biſt Du gewiß, daß ich veränderlich ſein werde? Du wirſt Dich alſo ändern, Du? O nein! allein bei mir iſt es ein großer Unter⸗ ſchied!.. Meine Liebe iſt mein ganzes Leben, all meine Hoffnung; wenn ich Dich nicht ſehe, vergeht keine Minute, ohne daß ich an Dich denke... ich gehe nicht aus, ich empfange bei⸗ nahe Niemanden, ich ſchlage alle Luſtpartien aus, die man mir anbietet; ich weiß, daß ich Dich nicht dabei ſehen und daß ich mich dabei lang⸗ weilen würde. Man wirft mir jetzt vor, daß ich beſtändig eine düſtere, verdrießliche Miene habe!... Allein man verweigert mir das Ein⸗

zige, was ich wünſche... ein wenig Freiheit. Was

liegt mir an dieſen Juwelen, dieſen Kleidern, die⸗ ſen Tüchern, mit denen man mich ſchmückt?... ich will Niemand gefallen, wenn ich Dich nicht ſehen kann... und man findet es übel, daß ich nicht luſtig bin mit Leuten, die mich quälen, und die ausſehen, als wenn ſie im Grund meiner Seele leſen wollten!.. Ach! mein Freund! ich bringe mein Leben ſehr traurig zu!... ich weiß, daß ich ſtrafbar bin durch meine Liebe zu Dirl.. Da mir aber die Natur ein Herz gegeben hat, das die Süßigkeiten der Liebe ſo gut zu fühlen verſteht, warum hat man mich an Jemanden ver⸗ heirathet, der mir keine Liebe einflößen konnte? Paul de Kock. I. 4 2