Teil eines Werkes 
1. Th. (1843) Ni jamais, ni toujours
Entstehung
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was läge mir daran?... es wäre immerhin mein Sohn, den ich in meine Arme ſchlöſſe.

Es iſt ſchon lange her, daß ich alle dieſe Be⸗ trachtungen anſtellte. In dieſem Augenblick beſchäf⸗ tigt mich nur ein Gedanke: Wird ſie kommen? die Zeit verfließt... der Regen hört nicht auf... Sie wird einen Wagen genommen haben und etwas weiter weg anhalten laſſen und ausſteigen. Es iſt ſo viele Vorſicht nöthig!... Armes Weib!... ſie ſetzt Alles aufs Spiel... ihren Ruf, ihre Zukunft, ihre Stellung in der Welt, vielleicht ihr Leben!... und ich, was wage ich?.. einen Degenſtich, oder eine Kugel von einem Ehemann... In Wahrheit! die Partie iſt ungleich. Wir ſollten ſie anbeten, dieſe armen Frauen, die ſo viel für uns wagen!... wir beten ſie wohl auch an, aber wir ſind ihnen nicht treu.

Halb neun Uhr! ich fange an zu glauben, daß ſie nicht kommt. Vielleicht irgend ein unvorherge⸗ ſehenes Hinderniß.. oder iſt ſie auch wohl dieſer Verbindung müde, die ihr ſo vielen Kummer ver⸗ urſacht hat? Immer fürchten!... zittern!... ſie wird gedacht haben, ein Augenblick des Glücks, wäre zu theuer erkauft... aber alsdann liebt ſie mich nicht ſehr.

Ahl... man hat die Klingel gezogen... ich eile.. ſie iſt es.. ahl ja, ſie iſt es! Ich hatte ſie erkannt, ehe ich öffnete. Die Sympathie iſt keine Täuſchung, unſer Herz ſchlägt ſchneller in der Nähe