1 Man wird einſehen, daß mein Vater und ich uns nicht vertragen konnten; und ich habe die einzige „Perſon verloren, die im Stande war, uns einander wieder näher zu bringen, deren Nachſicht meine Fehler entſchuldigte, die Träume meiner Einbil⸗ dungskraft anhörte, und bei meinen erſten Ver⸗ ſuchen die Achſel nicht zuckte. Als ich mein fünf⸗ zehntes Jayr erreichte, ſtarb meine Mutter. Meine Mutter... die ich immer traurig bei ihrem Gatten ſah... Warum denn? ſie machte doch keine Verſe 2..⸗ Ich habe nie weder den Grund ihres Dahinſchmach⸗ tens, noch der geringen Geneigtheit, die mein Vater gegen ſie an den Tag legte, erfahren: ich habe gedacht, daß ſie ſich, wie viele Leute, ohne Liebe geheirathet und es nachher bereut hatten.
Mein Vater wollte, daß ich die militäriſche Laufbahn betrete, die er ſelbſt ruhmvoll durchlaufen hatte. Er behauptete, ein Edelmann könne keinen andern Stand wählen. Ich habe weder von ſeinen Predigten, noch von ſeinen Befehlen Notiz genom⸗ men. Während er glaubte, daß ich die Kriegs⸗ baukunſt und Mathematik ſtudire, machte ich eine Stanze, oder fertigte einen Plan... nicht einen Angriffsvlan, ſondern den Plan zu einem Vaude⸗ ville. Mein Vater iſt ernſtlich böſe geworden, er hat zu mir geſagt:„Ich will weder, daß mein Name in einem Theater ausgeſprochen, noch daß er auf eine Ankündigung gedruckt und an alle Straßenecken angeſchlagen werde.“ 8


