4⁴
213 8
Haupt ruhte an meinen Knieen. Er zitterte merklich und der gute Gott allein weiß, woher ich die unglaubliche, die unbegreifliche Staͤrke nahm, fuͤr uns Beide vernuͤnftig zu ſein.
„Otto,“— bat ich—„faſſe Dich! Da wir uns hier begegnen, hier an der Wiege dieſes ſchlummernden Kindes, ſo iſt es wohl Gottes Wille, daß wir nicht ohne ein Lebewohl fuͤr dieſes ganze Leben von einander ſcheiden ſollen. Und dieß muͤſſen wir einander bald ſagen, bevor Marie zuruͤckkommt.“—
Otto lag noch immer mit geſenktem Haup⸗ te da und auf meinen Haͤnden fuͤhlte ich ſeine brennend heißen Thraͤnen. Vergebens bat ich ihn, ſich aufzurichten, daran zu denken, wo wir waͤren, und ſich zu entfernen.
„Nun wohl!“— ſprach er endlich, mit dem Blicke der Verzweiflung und mit einem bleichen, eingefallnen, entſtellten Antlitz zu mir aufblickend —„nun wohl, ich will denn gehen! Ich will Dir ein ewiges Lebewohl ſagen! Aber erſt mußt Du wiſſen, daß Du geraͤcht biſt, ſchrecklich geraͤcht biſt, daß der große Wiedervergelter des Leichtſinns, der Schwachheit, der erbaͤrmlichen, niedrigen Ruͤckſich⸗


