Teil eines Werkes 
2. Th. (1839)
Entstehung
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— ſprach Melida ſchmerzlich und mitleidig, —„aber Du haſt doch einen Troſt bei Dei⸗ nen bittern Schmerzen: Du haſt eine Heimath, Du haſt einen fremden Buſen, an den Du Dich legen kannſt und der Dich gern aufnimmt. Das iſt och etwas!“—

Nun war die Reihe an mir, Mitleid zu fuͤh⸗ len, und ich that es auch. Dieſes Gefuͤhl hat⸗ te ſich bei mir ſtetsamit der innigen Zuneigung gemiſcht, die ich immer fuͤr Meliden gefuͤhlt hat⸗ te, und die nur in jener Zeit etwas kaͤlter ge⸗ worden war, wo eine allmaͤchtige Liebe jedes andere Gefuͤhl in meinem Herzen aufzehrte.

„Melida,“— ſprach ich.—„Noch einige Tage, bis ich wieder voͤllig geſund bin, will ich

anſtehen, Dich zu bitten, mir alle Einzelheiten

von Otto's letztem Schickſal zu erzaͤhlen, denn jetzt wirſt Du wohl ſehen, daß ich Al⸗ les von ihm hoͤren kann. Aber waͤhrend die⸗ ſer Zeit erfuͤlle meine Sehnſucht, etwas von Deinen eignen Jugendſchickſalen zu hoͤren! Ich habe ſtets großes Verlangen gefuͤhlt, Dich dar⸗ uͤber ſprechen zu hoͤren, vielleicht eben deshalb, weil Du es nie thuſt. Aber nun mußt Du es

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