Teil eines Werkes 
2. Th. (1839)
Entstehung
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andern Leben tauſendfachen Erſatz, auch hat man ſchon in dieſem Leben einen Vorgeſchmack davon und genießt Ruhe, Frieden und Stille, wenn man ſeine Pflichten, ſeine Verbindlichkei⸗ ten, ſeine Verſprechungen erfuͤllt. Man kann wohl trauern uͤber das, was man verloren hat; wenn aber der Kummer nicht durch nagende Gewiſſensqualen angefacht wird, dann— wird er allmaͤhlig ſchon durch die Zeit gemildert und nimmt vielleicht endlich eine ſanfte, angenehme Faͤrbung an, die im Tode ſogar roſenroth und lilienweiß wird. Verſtehſt Du mich, gute Me⸗ lida?“—

„Ja wohl, verſtehe ich Dich,“— erwiederte Melida.—„Aber wer kann wohl vollkommen ſicher ſein, daß er auch ganz recht gehandelt hat, und daß eine andere Handlungsweiſe nicht beſſer geweſen waͤre? Zweifel und Unruhe muͤſſen ſich doch ſtets mit dem Kummer miſchen, wenn man

ſel bſt die Urſache deſſelben iſt.—

„Jetzt verſtehe ich Dich!“— antwortete ich. —„Du ſcheinſt im Allgemeinen zu ſprechen, waͤhrend Du im Grunde Deines Herzens Otto⸗ meinſt und der Auſicht biſt, daß er anders