Teil eines Werkes 
2. Th. (1839)
Entstehung
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186 ſen, daß mir das Leben jetzt wie ein Tag vor⸗ kommt, deſſen Abend bald anbrechen wird, wenn man nur ein wenig Geduld hat.(O, wie gut iſt Gott, er ſendet ſolche Schmerzen, wenn er ſieht, daß man derſelben bedarf!) Uebrigens, Melida, habe ich Alles genau uͤberlegt und ha⸗ be im Innerſten meiner Seele gefunden, daß ich nur einen Gegenſtand, einen einzigen Gegen⸗ ſtand in der ganzen Welt begehrte— und das war Otto's Liebe;— und als ich dieſe er⸗ hielt, entſagte ich allem Andern gern;— ich ſah gern, daß Otto ſeine heiligen Verbind⸗ lichkeiten wie ein Mann erfuͤllte und dahin ging, wohin ihn das Schickſal mit ſeinem Ei⸗ ſenfinger wies. Du kannſt mir dagegen ein⸗ wenden, daß gerade hierin ſehr viel Egoismus liegt, denn da ich Otto's Liebe beſitze und er fuͤr ſein ganzes Leben an eine Andere gebun⸗ den iſt, ſo muß er nothwendig ungluͤcklich und mit ſeiner ganzen Exiſtenz unzufrieden ſein oder werden. So ſcheint es zwar; es iſt aber kei⸗ neswegs ſo. Dieſes Leben iſt nur kurz und was man hier waͤhrend dieſer Wallfahrt fuͤr das Rechte aufopfert, dafuͤr erhaͤlt man im