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tere ebenfalls zu mir, war ungemein freundlich und zart, bezeugte mir ſeinen Kummer daruͤber, daß mir nun das Ries'ſche Concert verloren ging, daß fuͤr dieſen Abend angekuͤndigt war und auf das ich mich ſchon lange vorher ge⸗ freut hatte, und betheuerte mir, daß er ſelbſt gern meine Schmerzen auf ſich nehmen wollte u. ſ. w. Aber alle dieſe Artigkeiten hatten jetzt ihren Reiz fuͤr mich verloren.
So verging der Tag. Ich war in der That ſo krank, daß ich zuweilen alles Andere uͤber meine koͤrperlichen Schmerzen vergaß, und dann weinte ich bitterlich daruͤber, daß ich nicht bei Dir war, liebe Großmutter, daß ich nicht Dei⸗ ne zaͤrtliche Pflege genoß, ſondern einſam und mir ſelbſt uͤberlaſſen dalag. Meine Bitterkeit gegen Otto nahm zugleich mit meinen Schmer⸗ zen zu und als er an demſelben Tage nochmals an meiner Thuͤre fragte, wie ich mich befaͤnde, und mich wie eine Gottheit anflehte, ihm nur mit einem Worte, mit einem Laute zu antwor⸗ ten, verblieb ich dennoch ſtumm.
„Er mag auch etwas von dem fuͤhlen, was ich leide!“— dachte ich. Als er ſich aber


