Teil eines Werkes 
2. Th. (1839)
Entstehung
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lauerte die boshafte Annette endlich die Wahr⸗ heit von mir und brachte der Graͤfin ſogleich die Nachricht davon. Die Graͤfin ward ſo bo⸗ ſe, ſo entſetzlich boͤſe daruͤber und wollte mich auf der Stelle ins Spinnhaus bringen laſſen ja, ſo ſagte ſie aber indem kam der gnaͤ⸗ dige Graf dazu, fragte, was es ſgaͤbe, und ſprach dann lange franzoͤſiſch mit der Graͤfin, worauf ſie mir einige Thaler gaben mit dem ausdruͤcklichen Befehl, mich auf der Stelle nach Hauſe zu meiner Mutter zu begeben, wel⸗ che zwanzig Meilen von hier wohnt. Aber mein gnädiges Fraͤulein, das war mir nicht moͤg⸗ lich! Wie ein ehrbares, anſtaͤndiges Maͤd⸗ chen hatte ich meine Mutter vorm Jahre ver⸗ laſſen und ſollte nun ſo wieder nach Hauſe kommen? Als es Abend geworden war, kehrte ich um und ging nach der Stadt zuruͤck, obgleich ich daſelbſt keine menſchliche Seele kannte, denn ich hatte nur draußen in Schoͤn⸗ wik gedient. Endlich gluͤckte es mir, dieſes

elende Reſt zu finden; aber vor Kummer und

Gram erkrankte ich und habe nun, ſeitdem ich hier wohne, dieſes Lager nicht verlaſſen. Waͤh⸗

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