Teil eines Werkes 
2. Th. (1839)
Entstehung
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ich verlor die Beſinnung auf mehrere Augen⸗ blicke und ſank in den alten Lehnſtuhl zuruͤck, auf welchem ich ſaß. Der Bettvorhang verbarg mich vor Mariens Blicken und nach kurzer Zeit begann das Blut wieder durch meine Adern zu ſtroͤmen und ich aus meiner Ohnmacht zu er⸗ wachen; aber o Gott! zu welchen Ge⸗ danken, zu welchem Bewußtſein! Lange ſaß ich ſchweigend da, bevor ich einen einzigen geord⸗ neten Gedanken zu faſſen vermochte. Ich konn⸗ te nicht in Worten ausſprechen nicht ein⸗ mal vor mir ſelbſt was ich nun wußte. Nach langem Schweigen begann endlich Ma⸗ rie:(denn ich war nicht im Stande die Lip⸗ pen zu bewegen)*

Ach, mein gutes, liebes, gnaͤdiges Fraͤu⸗ leinverdammen Sie mich nicht! Er war un⸗ widerſtehlich fuͤr mich armes, unerfahrnes Ding, als ich vor'm Jahre vom Lande herein kam. O, mein Gott! und wie gut war er ge⸗ gen mich. Und wie feſt verſprach er mir, fuͤr mich zu ſorgen und fuͤr das arme Kind! Als er aber abgereiſt war, fingen meine Kame⸗ radinnen an uͤber mich zu munkeln und ſo er⸗

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