Teil eines Werkes 
2. Th. (1839)
Entstehung
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Augenblicke. Sie ſchrieb mir, daß ſie krank und huͤlflos ſei und Niemanden in der Welt habe, an den ſie ſich wenden koͤnnte, als an mich;denn Sie waren ſtets guͤtig gegen mich in meinem Elend, ſchloß ſie. Ihre Woh⸗ nung hatte ſie genau aufgeſchrieben, ſie war in einem Hauſe in der Weſtlangſtraße, vier Treppen hoch.Arme Maria! ſprach ich leiſe fuͤr mich hin, denn ſie hatte mich vor allen Dingen gebeten, nicht das Mindeſte uͤber ſie oder ihren jetzigen Aufenthalt gegen Jemanden im Hauſe zu erwaͤhnen. Ich legte mich niedergeſchlagen und traurig nieder und da ich weder Liebe noch Vertrauen zur Tan⸗ te hatte ſo hielt ich es keineswegs fuͤr un⸗ recht, ihr den Entſchluß zu verbergen, den ich gefaßt hatte: am folgenden Morgen naͤmlich die arme Marie außzuſuchen und ihr zu helfen, inſoweit ich vermochte. Daß die Tante dieſen Entſchluß nicht gut heißen wuͤrde, konnte ich daraus ſchließen, weil ſie, als ich einmal durch Zufal auf Marien zu ſprechen kam, mit unge⸗ woͤhnlicher Heftigkeit rief:Sei ſo gut, und

ſprich in meiner Gegenwart nicht von dem fa⸗

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