Teil eines Werkes 
2. Th. (1839)
Entstehung
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mir, daß ſich Mehrere faͤnden, die nicht im Ge⸗ ringſten an mich daͤchten und mich kaum bemerkten,

wie vielerlei Schlingen ich denſelben auch zu legen

ſuchte. Dieß Alles aber ſprach ſie nicht etwa offen und gerade aus, ſo daß ich mich dagegen haͤtte vertheidigen koͤnnen, ſondern unter ver⸗ ſchiednen Verſchleierungen und ſo zweideutig, daß ich nichts darauf antworten konnte, ſondern mich ſtellen mußte, als ob ich es nicht auf mich bezoͤge, obwohl ich ſchlau genug war, zu mer⸗ ken, auf wen die Worte der Tante eigentlich zielten. Ob ſie jedoch mit den Mehreren Edward oder Otto, oder Beide meinte, daruͤber ward ich nicht recht klug.

Verſtimmt und niedergeſchlagen kam ich auf

mein Zimmer und als Mina mir beim Ausklei⸗

den half, ſagte ſie:Ach, ich beſinne mich, ich habe einen Brief fuͤr das Fraͤulein, den ich vergeſſen habe mit heraufzubringen.

Wer gab ihn Dir? fragte ich mit ei⸗ nem Herzen, welches vor Freude daruͤber klopfte, daß Otto endlich dieſen Ausweg ergriffen hatte, und daß ich nun endlich erfahren ſollte, was ich ſchon ſo unendlich lange zu wiſſen gewuͤnſcht