declamatoriſchen Vorſtellungen, wo eine, zwei oder mehrere Perſonen einzelne Scenen aus Boltaire's, Ragine's und Corneille's Meiſter⸗ werken vortrugen. Da ich oft Ruhm und Eh⸗ re uͤber meine Geſchicklichkeit in dieſer Kunſt einerntete, und auch Otto große Anlage zum tragiſchen Mimen zeigte, ſo hatten wir nun oft Gelegenheit, uns unſere heiße Liebe in lang⸗ ſchleppenden Alexandrinern vor ſehr aufmerkſa⸗ men Zuhoͤrern zu erklaͤren, und dann gehoͤrte wirklich mehr Kunſt dazu, natuͤrlich zu ſpielen, als Geiſt und Leben waͤhrend der Actien zu er⸗ halten. Wir erndeten ſtets den ungetheilten Beifall der Zuhoͤrer uͤber unſer„großes Ta⸗ lent;“ aber drei Geſichter verfinſterten ſich oft waͤhrend dieſer tragiſchen Vorſtellungen. Das eine war das Melida's. Sie blickte mich dann allemal ſo bekuͤmmert und mitleidig an, daß ich mich von unwillkuͤhrlichem Schmerz durchzuckt fuͤhlte; aber in meiner Freude hielt dieß ſelten laͤnger als einige Minuten an und ich begann endlich dieſen Blicken Melida's auszuweichen, ſo weit es moͤglich war. Das andere war das Ed⸗ ward Hs. Mit truͤbem, finſterm Blick ſah er auf*
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