Teil eines Werkes 
1. Th. (1839)
Entstehung
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22 luͤgen will, und dieſe Kunſt haͤtte ich wohl auch anwenden koͤnnen und wuͤrde ſie auch je⸗ denfalls angewendet haben, wenn man mich damals gefragt haͤtte, aber jetzt, vor Dir? Nein!

Als ich einige Male zwiſchen dem Wagen und unſern Zimmern hin⸗ und hergelaufen war, uͤbrigens auch den kleinen Garten am Gaſthofe unter dem Vorwande, Blumen darin zu pfluͤ⸗ cken, beſucht hatte und eben noch eine neue Entdeckungsreiſe vornehmen wollte, ſagte die Tante:

Es ziemt ſich nicht, liebe Ottilie, in einem oͤffentlichen Gaſthauſe ſo herumzulaufen; ſchicke lieber den Jean, er mag Dir Blumen pfluͤcken, wenn Du nicht warten willſt, bis wir nach Schoͤnwick gekommen ſind, um Dein Herbarium zu ſammeln; dort kannſt Du die ſchoͤnſten und ſeltenſten Blumen finden, gegen welche dieſe Gaſthausſproͤßlinge nichts ſind.

Ich erroͤthete bis an die Ohrlaͤppchen vor Schaam, Verdruß und Verlegenheit. Ich, ei⸗ nen ſolchen Verweis erhalten! Ich, die ich in mehreren Jahren nicht den leiſeſten Tadel