Teil eines Werkes 
1. Th. (1839)
Entstehung
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ter und deine ſo eben verſtorbene Enkelin Deine Ottilie.

Siehſt Du, liebe Großmutter! Darum woll⸗ te ich immer Abends ſo viel Oel auf meine Lampe haben, darum waͤhrte es ſo lange, ehe der Spitzenkragen fertig wurde, den ich fuͤr Dich ſtickte; ich wollte Dir lieber dieſes kleine Feſt der Ueberraſchung bereiten, als Blu⸗ men und Blaͤtter in den todten Spitzengrund ſticken. Nun haſt Du auch den Schluͤſſel zu der Einſilbigkeit, die Dir ſo oft an mir auffal⸗ len mochte, wenn Du mich nach den Ereigniſ⸗ ſen dieſes Jahres fragteſt. Ich erwaͤhnte dann wohl alle die unbedeutenden Gegenſtaͤnde, die

mir begegnet waren, aber ich verſchwieg das Weſentliche, welches mich allein zu dieſen

ſchriftlichen Abend⸗ oder vielmehr Nachtbekennt⸗ niſſen vermochte, die Du hier erhaͤltſt. Von meiner zarteſten Kindheit an durch Dich allein erzogen und geleitet, habe ich nie anders als ein Kind zu Dir reden, haſt Du mich nie an⸗ ders als wie ein Kind betrachten koͤnnen. Es wuͤrde uns Beiden auffallend und unangenehm geweſen ſein, dieſe Sprache mit einer andern