4 Dich unmoͤglich laſſen kann, Du gute alte Groß⸗ mutter, die Du Dir einbideſt, Arzneien, islaͤn⸗ diſches Moos, Landluft und Deine holde, zarte Sorgſamkeit koͤnnten wieder Geſundheit auf meine Wangen und Freude in meine Seele lo⸗ cken.— Nein, Du liebe alte Frau!— Der Wurm ſitzt mitten im Herzen und frißt mit jedem Tage weiter um ſich, und wenn er end⸗ lich meinen kurzen Lebensfaden zerbiſſen haben wird, dann wirſt Du weinen und ſeufzen und Dich graͤmen, dann wirſt Du glauben, daß Alles, Alles von Deiner Ottilie ſpurlos ver⸗ ſchwunden iſt, und daß Du ſie erſt in hoͤheren Raͤumen wiederſehen wirſt. Du wirſt aber nicht ahnen, welche kleine Ueberraſchung ich Dir be⸗ reitet habe; Du wirſt nicht wiſſen, daß Du, wann Du fruͤher oder ſpaͤter meinen kleinen Nachlaß durchſuchſt, daß Du dann unter Tuͤ⸗ chern, Spitzen und Baͤndern einen großen ver⸗ ſiegelten Brief mit der einfachen Aufſchrift: „An meine geliebte Großmutter.“—
finden und aus dieſem deutlich erkennen wirſt, woher es kommt, daß Du keine anderen Nach⸗ kommen haſt, als Deine laͤngſt entſchlafne Toch⸗


