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Auge den großen, hellen und funkelnden Juwel, welcher
an ihrer dürren eingeſchrumpften Hand blitzte. Der Alten entging es nicht, daß mein Blick auf derſelben haftete, und gleichſam gezwungen vor einem warmen Sommerhauch der Freundſchaft das hartvernagelte Herz aufzubrechen, rief ſie, den Juwel anſehend:
„Ach ja, wundern Sie ſich nicht darüber! Das iſt der einzige Freund in der Noth, den ich noch habe; er iſt rein, feſt und unwandelbar, wie die Menſchen ſein ſoll⸗ ten. Er ſpiegelt in ſeinen klaren, ſchönen Strahlen alle meine Erinnerungen, alle meine noch übrig gebliebenen Hoffnungen ab, und Sie, junger Mann, wer Sie auch ſein mögen, verdammen Sie die alte, kranke, blutarme Frau nicht, daß ſie noch jetzt an dem einzigen Faden feſt hält, der zwiſchen ihr und einem heitern, unabhängigen Leben übrig geblieben iſt, daß ſie ihn behält, bis zu dem Tage, wo ſie gezwungen ſein könnte, die menſchliche Barm⸗ herzigkeit anzurufen und ihr Brod zu betteln.“
„Ich beurtheile viel, aber ich verurtheile nie,“ ant⸗ wortete ich der Alten, indem ich mich auf einen neben dem Bett ſtehenden Stuhl ſetzte, und nun erklärte ich ihr in kurzen, wahrſcheinlich überzeugenden Worten, wie ſie
ſchon längere Zeit meine lebhafte Theilnahme erweckt, wie ich ſehen gekonnt, daß ſie viel gelitten und erfahren, wie
ich überzeugt ſei, daß ſie unſchuldig gelitten, und wie eine ſtarke Hinneigung, der Wunſch, helfen zu können, zugleich aber auch— ich könne das nicht läugnen— einige Neu⸗ gierde ſich mächtig in meiner Seele geregt habe, als ich ſie geſehen. 3 „Hinneigung!“ wiederholte die Alte.„Oh, es ſind viele Winter und Sommer verfloſſen, ſeit dieſes Wort nicht mehr an mein Ohr erklang. Wunſch zu helfen! Ach, ich ſehne mich nur nach dem Tode! Neugierde! fürchten Sie, junger Mann, meine Schickſale zu erfahren, denn Du glaubſt dann nie mehr an die Menſchen, und
der Glaube an ſie, das Vertrauen auf ſie iſt doch unter
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