Teil eines Werkes 
1.-3. Bdchn (1847)
Entstehung
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um ſie bekümmert, und an Deiner ganzen, langen Erzäh⸗ lung von Deiner alten, faulen Mamſell, die Du aber den⸗ noch ſo intereſſant wie möglich zu machen ſuchteſt, waren blos zwei Sachen, die meine Aufmerkſamkeit wirklich feſſel⸗ ten, oder eigentlich drei: die zartſinnige Art und Weiſe, wie die ehrliche Taglöhnerin die faule Mamſell unterſtützte; Deine Blindheit für das Einfachedle in ihrer Denkungs⸗ weiſe und Deine Unverſchämtheit, einige Reichsthaler, denn mehr war es doch wohl nicht, einer Perſon, auf die Du einigen Werth legteſt, zu geben, ohne Dich der Verſchwie⸗ genheit der Mittelsperſon feſt zu verſichern.

Ich hielt es nicht für nöthig, liebſte Tante, ant⸗ wortete mein Neffe mit dem ruhigen Ernſt, der ſeinen jungen Zügen immer allerliebſt ließ, und mit dem er mich jederzeit entwaffnete,ich hielt es nicht für nöthig zu ſagen, daß ich alle Maßregeln ergriff, welche bei größeren oder geringeren Werken der Barmherzigkeit gleich ſehr beobachtet werden müſſen, wenn der Bedürftige die Unterſtützung nicht noch herber empfinden ſoll als die Noth ſelbſt. Ich glaubte in meiner Erzählung von einer andern Perſon, nichts von eigenen Tugenden und Verdienſten einflechten zu dürfen.

Deſſen bedarfſt Du auch nicht. Du haſt Recht jetzt und immer, antwortete ich, jetzt wie immer überführt von meinem Neffen, der im Scherz und im Ernſt, in ſeinem bloſen Wort, ja ſelbſt in dem ſtummen Blick aus dem hochblauen Auge etwas ſo Ueberzeugendes und Ueberlege⸗ nes hat, daß man ſich außer Stand ſieht, zu zweifeln und zu tadeln.

Nun, ſo erzähle mir jetzt von Deiner alten Mam⸗ ſell, fuhr ich fort,denn Gott weiß wie es kam, aber die wenigen Worte, die mein Neffe über ſie geäußert, hatten allen meinen Stachel gegen ſie abgeſtumpft und von Neuem mein Intereſſe für ſie geweckt.

Das will ich thun, antwortete er und begann ſofort:

Ich ſetzte meine Spaziergänge auf den Markt Karls Xlll. wie gewöhnlich fort. Meine Alte that das Gleiche, aber jetzt grüßten wir einander; doch muß ich zugeben, daß