Teil eines Werkes 
1.-3. Bdchn (1847)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

21

lang da und denkt blos über das ausländiſche Buch nach, denn ſie liest ſowohl ſchwediſche als ausländiſche Werke. Aber ſehen Sie, ſie iſt hoffärtig, das iſt ihr ganzer Fehler; denn wenn ſie wollte, ſo könnte ſie ſchon beſſer leben; nun aber lebt ſie wie ein Hund, verzeih mir's Gott! und ich würde jedenfalls verhungern, wenn ich ſo lebte wie ſie. Aber ſie kümmert ſich nicht viel darum, denn ſie hat noch eine goldene Uhr und einen Ning, der gewiß ächt iſt, am Finger, und dann eine Menge Bücher! Ich habe ihr ſchon oft vorgeſchlagen, dieſe Sachen zu verkaufen, aher ſie will das ſchlechterdings nicht. Auch bin ich überzeugt, daß ſie von ihrer elenden Penſion noch die Hälfte für Blumen ausgibt, denn ſo oft ich auf den Markt gehe und ſie frage, ob ſie etwas wolle(ich helfe ihr nämlich gern, der armen Frau), ſo antwortet ſie ganz vornehm:Nein, ich danke, liebe, gute Madame Anderſſon, ich habe noch Kar⸗ toffeln für ein Paar Tage; Aber wenn Sie mir die Ge⸗ fälligkeit erweiſen und für einen Schilling Blumen kaufen wollten, ſo würden Sie mich recht ſehr verbinden. Denken Sie ſich nur, ein Paar Mal habe ich ihr ſtatt Blumen Strömlinge gekauft, und da hat ſie gelacht und ihre Fiſche mit gutem Appetit gegeſſen; aber ich mußte ihr die Brat⸗ pfanne putzen und die Fiſche braten, und dann wollte ſie mir noch für meine Mühe die Hälfte davon geben. Ich kann jedoch nichts von ihr annehmen, ſondern lege lieber noch etwas von dem Meinigen dazu, wenn ſie es nicht ſieht; denn wenn ſie es ſähe, ſo wuͤrde ſie es ganz gewiß ſehr böſe aufnehmen; aber ich kann mich, Gott ſei Lob und Dank! mit meiner Hände Arbeit gut ernähren, und es fehlt mir nie an meinem täglichen Brod, auch habe ich Kleider, an denen ich mich nicht zu ſchämen brauche, obſchon ich jetzt ſo garſtig und elend ausſehe; doch das kommt vom Scheuern eines ganz großen Hauſes her, mit Treppen und Allem. Wann ſoll ich einmal zu Ihnen kommen?

So ſchloß dieſe Erzählung, die wo möglich meine Neugierde noch mehr ſpannte, obſchon ſie jetzt eine ganz