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ſie alle während ſie die Kohlen anblies und ohne mich anzuſehen.
„Ich ſuche Madame Anderſſon,“ antwortete ich, denn ich hatte mir vorgenommen, mich in ein Geſpräch mit der Alten einzulaſſen, nachdem der Zufall uns auf ſo eigen⸗ thümliche Weiſe zuſammengeführt hatte; ohnehin unterhalte ich mich ja immer gern mit den niedrigeren Volksklaſſen, um auch ſie ganz genau kennen zu lernen, ein Studium, welches viel Anziehendes hat, je länger und ernſter man es betreibt.
„Das bin ich juſt,“ antwortete das Weib.„Was beliebt alſo? Wer hat Sie an mich gewieſen? Wünſchen Sie etwas ſcheuern zu laſſen, oder was wollen Sie ſonſt?“
Dieſe Fragen that ſie in einem Athemzug, und ſie gaben mir die nächſte Anleitung, um das Geſpräch fort⸗ zuſetzen.
„Ja, es ſollte etwas geſcheuert werden,“ ſagte ich, während die Frau das Feuer ſtärker anblies und mich beim Scheine deſſelben muſterte, indem ſie die Hand vor die Augen hielt, um beſſer zu ſehen.
„Und deßhalb ſoll ein ſo vornehmer Herr ſelbſt kom⸗ men?“ bemerkte ſie mit einem Ausdruck ſtarker Verwun⸗ derung.„Das iſt ſehr ſonderbar, das! Muß es noch heute Abend geſchehen? Man könnte es wohl noch beſorgen, obgleich es ſchon ſpät iſt. Wo ſoll es ſein? Iſt es in der Nachbarſchaft?“
„Nein, Gott bewahre, meine gute Madame,“ ſagte ich,„es muß heute Abend nicht mehr ſein, ſondern erſt am...“ mehr wußte ich nicht herauszubringen.
„Morgen oder übermorgen habe ich keine Zeit,“ fiel ſie mir in die Rede.„Morgen muß ich zu Lundins gehen, und den ganzen Sonnabend bin ich bei meinem Bäcker; der Herr muß ſich alſo an eine andere Perſon wenden.“
Dieſe letzten Worte ſprach ſie mit großer Gleichgül⸗ tigkeit und begann wieder auf ihre ſchwarz werdenden Kohlen zu blaſen.
„Ach, meine gute Madame Anderſſon,“ ſagte ich in


